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Sommerausflug

Dieter hat es toll gemacht

Sommerausflug 2010 in die Vier- und MarschlandeWohl ein jeder Hamburger kennt die Vier- und Marschlande oder hat zumindest von ihnen gehört aber so gründlich nahe gebracht worden, wie wir am Samstag die Freude und den Genuss hatten, geschieht nicht oft. Heinz Dieter Jung hat zusammen mit seinem Sangesbruder Hans Emmen vom Seemannchor diese wunderbare Tour ausgearbeitet. Am Samstag dem 21.08.2010 stürmten die Badener, Freunde und mitgebrachte Nachbarn am Dammtor den Bus. Nach allgemeiner Begrüßung und Listen abhaken startete die Tagesreise erst einmal Richtung Hafencity. Zuvor hat Heinz Dieter noch jedem der Mitfahrenden ein Kärtchen mit dem bestellten Essen in die Hand gedrückt, damit auch niemand vergisst was er bestellt hat. Kann ja schließlich vorkommen, wenn man auf der Speisekarte dann noch ganz andere leckere Sachen findet auf die Mann oder Frau vielleicht in diesem Moment noch größeren Appetit hätten. Von der Arbeit die er sich gemacht hat mal abgesehen, war er so auf der richtigen Seite und es gab keinen Kuddelmuddel beim Bestellen. Nachdem der Fahrer Gregor sich vorgestellt hatte ging’s Richtung Reeperbahn, Fischmarkt zur Hafencity. Dirk Graßmann, als die eine Hälfte unseres Vorstandes, begrüßte die Mitreisenden und erklärte die einzelnen Häuser. Heinz Dieter übernahm dann die Erklärungen der Hafenanlagen und lotste den Fahrer durch Rothenburgsort und Billstedt über die Hafenstraßen zur Autobahn nach Moorburg. Dirk und Hans Dieter hatten ihre Hausaufgaben gut gemacht, sogar über die Fische in der Elbe wussten sie Bescheid. In Moorburg stieg dann die zweite Hälfte des Vorstandes Ilse Meyer mit Mann Hans-Dieter, noch einige Mitglieder und unser Fachmann für die Tour Hans Emmen zu. Herr Emmen kennt wirklich jeden Busch und jeden Baum, ganz zu schweigen von den ganzen Gärtnereien in dieser Gegend. Mit so einem Kenner als Erklärer hat man ganz andere Eindrücke von der Landschaft, vor allen Dingen weil man das Herz dahinter spürte. Ich will ja nicht sagen, dass wir alle Straßen, Dämme und Deiche abgefahren haben aber viele sind bestimmt nicht übrig geblieben, über die Gregor nicht mit großer Sicherheit seinen Bus gelenkt hat, nach der jeweiligen Anweisung rechts, links, jetzt geradeaus. Den ersten Halt machten wir an der Kirche St. Nicolai zu Altengamme. Eine sehr sehenswerte Kirche aus dem 12 Jahrhundert. Ein Herr Sieveking (Nachfahre der Sieveking Dynastie) lies uns zu Ehren die Orgel ertönen und die Zimbelsterne erklingen Was das ist? Hin fahren und anschauen kann ich nur raten. Es gibt dort viel Schönes und Lehrreiches zu bestaunen. Wir haben eine wunderbare und mit viel Liebe zum Detail geschmückte Besichtigung erlebt. Da die Zeit ja immer zu kurz ist wartete der Bus schon auf uns und da gab es dann eine Überraschung der besonderen Art. Erika und Bernd Meyer hatten wieder mal ihre Schnapsbestände geplündert und jeder bekam einen leckeren Aufgesetzten aus Johannisbeeren (selbst hergestellt), vielen Dank! Sogar in so einem gemütlichen, zu mindest nach außen hin, wirkenden Ort gibt es Ärger um das älteste Gewerbe der Welt, nicht nur um verfallende Gewächshäuser mangels Nachwuchs. Auch hier gibt es auch viel Kummer hinter den schönen Fachwerkfassaden und Reetdächern. Die Vier- und Marschlande sind mit Hilfe vertriebener Holländer entstanden, wie das Alte Land auch. Die Holländer haben schon immer viel vom Eindeichen verstanden, na ja wer unterhalb des Meeresspiegels liegt muss gut aufpassen das er keine nassen Füße bekommt. Besonders schlimm hat wohl die große Sturmflut von 1962 auch dieser Gegend zugesetzt. Wenn man so die alten Karten und Bilder ansieht hat sich vieles geändert. Durch den Deichbau um das Gelände zu sichern sind viele schöne klare Badeseen entstanden dazu hat man eine Tonart verwendet die Klei heißt und eine wasserfeste Lehmart ist. Trotzdem kam und kommt es wohl immer noch zu Deichbrüchen. Bleibt davon ein Teich oder so etwas zurück nennt man das Brack. Es gibt eine ganze Menge davon. Die Erklärungen von Herrn Emmen waren wirklich sehr umfangreich und spannend, weil er auch immer wieder aus dem Nähkästchen plauderte und wahre Lachstürme hervorrief. Nach soviel geistiger Nahrung hungerte und dürsteten auch unsere Mägen und unser Bus steuerte Ochsenwerder an. Dort im Gasthaus „Zum Ortkathen“ wurden wir zum Essen erwartet. Fast 130 Jahre gibt es dieses Lokal schon. Bis zur Sturmflut 1962 hatten sie sogar einen eigenen Schiffsanleger. Früher fuhr auch eine Bahn durch die Vier- und Marschlande. Damals war es eine kleine Weltreise wenn man mal nach Hamburg wollte, heute fahren Busse entweder nach Hamburg, Bergedorf oder Geesthacht. Der Bahndamm ist zur Straße umfunktioniert worden. Bevor wir zum Essen kommen, wollte ich noch aufschreiben was die Vier- und Marschlande eigentlich sind. Die Vierlande bestehen aus den Dörfern Curslack, Neuengamme, Altengamme und Kirchwerder. Die Marschlande setzen sich aus sieben Dörfern zusammen die sich an den Deichen entlang ziehen Allermöhe, Billwerder, Moorfleet, Ochsenwerder, Reitbrook, Spadenland und Tatenberg. Dieses Gebiet wird durchzogen von der Dove Elbe, der Gose Elbe und diversen Kanälen. Überhaupt scheint mir das eine recht feuchte Gegend zu sein, den vielen Gräben nach zu urteilen aber dadurch auch sehr fruchtbar und schön grün. Begrenzt wird es von der Elbe und von der Autobahn nach Berlin, jedenfalls so ungefähr. Politisch gehört es zu Bergedorf. Nun aber zum Essen. Die Tische waren schon für uns hübsch eingedeckt und das Personal stand bereit unsere Wünsche entgegen zunehmen. Es ging dann recht flott und alle konnten sich an den großen und wohlschmeckenden Portionen pappsatt essen. Noch ein bisschen die Füße vertreten und weiter ging’s mit dem Bus Richtung Curslack zum Freilichtmuseum Rieckhaus. Das Rieckhaus gehört (verwaltungstechnisch) zum Altonaer Museum. Ich habe ein bisschen die Übersicht verloren welche Straßen wir gefahren sind aber schöne Häuser und Gärten gab es die Hülle und Fülle zu sehen. Wir sind auch an der KZ- Gedenkstätte Neuengamme vorbeigefahren. Jetzt sieht das alles so harmlos aus, wenn man bedenkt was dort für Gräueltaten geschehen sind, grausig! Auch in den Vier- und Marschlanden gibt es schöne Alleen. Das Rieck Haus ist ein so genanntes Hufnerhaus d.h. alles lebte unter einem Dach. Wir wurden empfangen von einer Dame in Tracht, mit Hut und Haube auf dem Kopf die hat sie aber dann abgelegt, mit der entsprechenden Erklärung wann und wozu diese Teile getragen wurden. Frau Christel Eggers war nicht auf den Mund gefallen. Mal in Platt mal in Hochdeutsch legte sie los, so schnell, dass man gar nicht alles behalten konnte. Wir haben viel gelacht, leider habe ich mir ihre Erklärungen von vielen Sprichwörtern nicht merken können, sehr schade. Nach dem wir uns in der Bauernwohnung umgesehen haben, gab es noch ein kleines Museum außerhalb zu besichtigen mit alten Werkzeugen und Gerätschaften aus dem Alltag der früheren Bewohner. Dann wurden wir zu einer langen Kaffeetafel gebeten in dem ehemaligen Teil des Hauses, das früher das Gesinde, das Vieh und die Gerätschaften des Bauernlebens beherbergte. Leckere Sahne Torten und frischer Butterkuchen schmeichelten unserem Gaumen, der Kaffee war auch gut. Die ganze Anlage ist sehenswert und wenn dann noch so eine profunde Erklärung mit so viel Spaß dazu kommt ist es doppelt schön. Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Das Wetter hielt durch obwohl manchmal ziemlich dunkle Wolken aufzogen aber ich glaube wenn überhaupt, hat es auf der anderen Elbseite, wo ehemals Frau Meisel zu Hause war, geregnet. Es gab immer noch Deichstraßen, die wir noch nicht befahren hatten darum war unser Ziel jetzt das Fährhaus Zollenspieker hoch am Elbhang gelegen. Dort hätte man das kleinste Restaurant der Welt mieten können, ungefähr so groß wie manche Herzhäuschen auf früheren Bauerhöfen, hoch über der Elbe auf einem kleinen Ponton gelegen, verbunden mit einem Steg zum Gasthaus. Bei der Gelegenheit konnten wir dann noch drei tolle Oldtimer aus Elvis Zeiten sehen, sie sind mit der Fähre nach Hoopte auf die andere Elbseite rüber gefahren. Da der Abend langsam näher rückte lenkte Gregor nun den Bus Richtung Tatenberg wo uns Hans Emmen unter großem Beifall verließ, er ist dort zu Hause, obwohl er mitten auf dem Mittelweg in Hamburg in einem Taxi zur Welt kam. Noch ein Stück weiter in Moorburg verließen uns dann die „ Zusteiger“ vom Morgen und der Rest kam glücklich und zufrieden nach einem wunderbaren Tag am Dammtor an. Herzlichen Dank an alle die uns diesen schönen Tag durch ihre Arbeit und Organisation ermöglicht haben.
Katharina Klose


 

Es war Schön, gemeinsam den Tag zu verbringen



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